Das Scheidt & Bachmann Firmengelände in den 30er Jahren

Vom Maschinenbauer zum innovativen Systemhaus

Zeit der Innovationen: 1947 – heute

Begünstigt durch das Wirtschaftswunder in den Jahren des Wiederaufbaus erholte sich Scheidt & Bachmann rasch von den herben Rückschlägen des 2. Weltkrieges und konnte in wenigen Jahren wieder zur alten Größe zurückfinden.

Im Jahre 1963 wandelte die Geschäftsführung die florierende Aktiengesellschaft in eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung um. In dieser Zeit prägte eine außerordentliche Innovationsfreude das Unternehmen. Zusätzlich trugen der starke Zusammenhalt der Gesellschafterfamilie und deren offene Beziehung zu den Mitarbeitern des Unternehmens, maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg bei.
Diese Tugenden wurden zu wichtigen Eckpfeilern des Familienunternehmens Scheidt & Bachmann und sind es bis heute noch.

1966 begann Scheidt & Bachmann mit der Konstruktion und Fertigung von Systemen für Parkhausanlagen. Die Parkhaussysteme avancierten dank des rapide steigenden Verkehrsaufkommens schnell zu einem ertragreichen Konzept sowohl für die Parkhaus-Betreiber als auch für Scheidt & Bachmann.

In den hierfür produzierten Geräten kam erstmals eine neue, zukunftsweisende Technologie zum Einsatz: Die Mikroprozessortechnik.
Damit gehörte Scheidt & Bachmann europaweit zu den ersten Firmen, welche die Bedeutung dieser damals bahnbrechenden Technologie erkannten und zum Einsatz brachten. Fähige Entwickler programmierten die hochmodernen Bausteine in einer eigens errichteten Softwareentwicklungsabteilung – der erste Schritt von der Produktionsfirma zum innovativen Systemhaus. Dieser Bereich der Entwicklung gehört seitdem zu einem der wesentlichen Innovationstreiber im Hause.
Der große Erfolg der Parkhausanlagensysteme ermutigte dazu, das Portfolio im Jahre 1974 um technisch ähnliche Systeme für Freizeitanlagen zu erweitern.
Der Vorsitzende der Geschäftsführung in dieser Epoche war Friedrich Miller.

Ab 1977 übernahmen seine Söhne Gert Miller (bis 2004) und Peter Miller (bis 1992) sowie der Schwiegersohn Herbert Elsenbruch (bis 1987) die Geschäftsführung (4. Generation der Gesellschafterfamilie). Im Folgejahr gründeten sie den Geschäftsbereich Systeme für Fahrgeldmanagement und vervollständigten dadurch die vier auch heute noch in identischer Form operierenden Geschäftsbereiche.

Im Jahre 1978 beantragte Scheidt & Bachmann ein Patent für eine „Vorrichtung zum zeitweisen Speichern von Münzen unterschiedlicher Wertigkeiten“ beim im selben Jahr eröffneten Europäischen Patentamt. Durch eine hervorragende Vorbereitung konnte der Erteilungsprozess schneller als bei allen vorherigen Anträgen anderer Firmen durchgeführt werden, sodass Scheidt & Bachmann 1980 das erste europäische Patent überhaupt erteilt wurde. Heute ist Scheidt & Bachmann Patenthalter für 543 eingetragene Patente (Stand 04.2011).

Im Jahr 1993 konnte der Aufsichtsrat mit Herrn Dr.Ing Norbert Miller, einen Sohn von Dr.h.c Gert Miller, zum Geschäftsführer bestellen. Der Eintritt der fünften Familiengeneration war somit besiegelt.

Mit dem weit gefächerten Produktportfolio aus innovativen und hochwertigen Hardware- und Softwareprodukten begann Scheidt & Bachmann zu expandieren. Der erste Schritt war der Kauf der Verkehrselektronik GmbH im Jahre 1990 als erste selbstständige Tochterfirma des Unternehmens. Mit dem Erwerb der Klaus Gindl GmbH im Jahre 1995 holte man schließlich die erste Tochterfirma an Bord, die ausschließlich mit Servicedienstleistungen beauftragt war. Zur selben Zeit startete die Geschäftsbereiche eine Internationalisierungsoffensive mit dem Ziel, das Unternehmen in der gesamten Welt zu etablieren.

Innerhalb von nur 7 Jahren war Scheidt & Bachmann mit Tochterfirmen auf fast allen Kontinenten vertreten.

Die Produkte des Unternehmens verbreiteten sich schnell um die ganze Welt, wodurch sich ein weltweiter Bedarf für ortsnahen Vertrieb, Projektmanagement, Service und Dienstleistungen entwickelte. Dementsprechend folgten stetig weitere Firmengründungen, so dass heute ein weltweites Netzwerk aus 23 Tochtergesellschaften sowie zahlreichen Partnern und Vertretungen, verteilt auf über 50 Länder, für die Belange der Scheidt & Bachmann Kunden zur Verfügung steht.

Link zur Seite „Standorte weltweit“

Gerade die angestrebte Verbesserung des Service war ausschlaggebend für die Errichtung dieses umfassenden Netzwerks. Befassten sich die Servicemitarbeiter früher hauptsächlich mit grundlegenden Dienstleistungen wie Installationen sowie Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten, wurden mit steigender Komplexität der Gesamtsysteme auch vielschichtigere und umfassendere Dienstleistungen möglich und auch notwendig. Dies konnte nur durch zahlreiche hochqualifizierte Servicemitarbeiter umgesetzt werden, die nahe am Kunden arbeiten.

An mehreren Standorten errichtete Scheidt & Bachmann Helpdesks, die eine Erreichbarkeit rund um die Uhr gewährleisten können. Zudem wurden umfassende IT- und Hosting Services etabliert, die das Unternehmen endgültig auf das Niveau eines Full-Service-Providers für Systemlösungen brachten.

An dieser Entwicklung war auch Dr. Ing. Norbert Miller maßgeblich beteiligt, der den Vorsitz der Geschäftsführung von seinem Vater im Jahre 2004 übernahm. Seither führt Dr. Ing. Norbert Miller das Familienunternehmen mit fast 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weltweit.

Scheidt & Bachmann ist heute ein internationales Systemhaus auf allen Kontinenten der Welt mit ständig wachsendem Dienstleistungsanteil.

Die Anfänge: 1872 – 1946

1872     Der Kaufmann Friedrich Scheidt und der Ingenieur Dr. Carl Bachmann gründeten gemeinsam das Unternehmen Scheidt & Bachmann in Mönchengladbach. In den ersten Jahren produzierten sie Textilmaschinen, Transmissionen und kleine Dampfmaschinen.
     
1877     Die Firmengründer stellten die Produktion auf mechanische Signaltechnikanlagen um.
     
1885     Friedrich Scheidt schied aus dem Unternehmen aus.
     
1896     Scheidt & Bachmann erhielt sein erstes Patent für eine „Antriebsvorrichtung für Wegschranken“.
     
1899     Rudolf Kraft (2. Generation der Gesellschafterfamilie), ein Schwiegersohn von Dr. Carl Bachmann, trat als Juniorchef dem Unternehmen bei.
     
1914     Scheidt & Bachmann verlegte den Geschäftssitz in ein neu errichtetes Werk auf einem größeren Werksgelände in Rheydt, einem heutigen Stadtteil von Mönchengladbach.
     
1932     Das Unternehmen begann mit der Fertigung von Tankanlagen.
     
1936     Die Geschäftsführung wandelte Scheidt & Bachmann von einer offenen Handelsgesellschaft in eine Aktiengesellschaft um. Friedrich Miller (3. Generation der Gesellschafterfamilie), ein Schwiegersohn von Rudolf Kraft, war im Vorstand der AG.
     
1945     Im 2. Weltkrieg zerstörten Bomben das Stammwerk von Scheidt & Bachmann fast vollständig. Unmittelbar nach Kriegsende begannen die Wiederaufbauarbeiten mit 100 von ursprünglich 1.000 Beschäftigten.